Prävention

Die Polizei warnt vor Dämmerungseinbrüchen in der Herbst- und Winterzeit

Die Dämmerungseinbrecher schlagen von November bis Jänner zu. Die Täter sind besonders zwischen 16 und 21 Uhr, abhängig von der Dämmerungszeit, unterwegs. Zu den Tatorten zählen meist Wohnungen und Wohnhäuser, die gut an Hauptverkehrsverbindungen angebunden sind und eine rasche Flucht ermöglichen. Siedlungsgebiete mit schwer einsehbaren Grundstücken und ebenerdig gelegene Wohnungen stehen besonders im Fokus. Die Täter versuchen zumeist durch das Aufzwängen von Terrassentüren und gartenseitig gelegenen Fenstern, Türen oder Kellerzugängen in das Wohnobjekt einzudringen. Dabei nutzen sie meist einfache Hilfsmittel und brechen mit Schraubenzieher oder einer Zange schlecht gesicherte Türen oder Fenster auf.

Bereits im Jahr 2014 wurde ein breit angelegtes Maßnahmenpaket zur Bekämpfung des Dämmerungseinbruchs in Österreich geschnürt, das zu einem Rückgang der Zahl der Anzeigen im Wohnraumeinbruch geführt hat. Dieses Paket bestand aus Analyse, Fahndungs- und Ermittlungsarbeit sowie verstärkten Präventionsmaßnahmen. Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse wurden 2015 Anpassungen vorgenommen. Nach einer weiteren Evaluierung wurde auch 2016 das Paket angepasst. Die Intensivmaßnahmen wurden zwischen November 2016 bis Jänner 2017 konzentriert. Neben den Hotspots in den Ballungszentren stand nun auch der ländliche Bereich speziell an Hauptverkehrsverbindungen im Mittelpunkt. Auf dieses Wissen der Vorjahre wird nun aufgebaut und in den kommenden Monaten wieder verstärkt Maßnahmen gesetzt.

Erfolge aus dem Vorjahreszeitraum
Die Anstrengungen der Polizei haben in der letzten Saison zu Erfolgen geführt: Die Zahl der Anzeigen gegen Dämmerungseinbrüche ist in Österreich im Jahr 2016 um 3,1 Prozent gegenüber 2015 gesunken. Es konnten zahlreiche Einbruchsserien geklärt werden. Spitzenreiter ist dabei eine Serie aus Niederösterreich mit derzeit zehn zugeordneten Wohnraumeinbrüchen. Von November 2016 bis Februar 2017 konnten 54 Dämmerungseinbrüche geklärt und 67 Täter ausgeforscht werden. Aufgrund der sehr intensiven Tatortarbeit sind auf über 75 Prozent der Tatorte Spuren gesichert worden. Hier ist es wahrscheinlich, dass es noch zu weiteren Klärungen kommen wird.

Prävention wichtiger Faktor
Die Polizei beugt diesem Phänomen vor und reagiert zielgerichtet darauf. Vernetzte Analysemethoden, rasche Fahndungsmaßnahmen und Ermittlungen sowie Schwerpunkte beim Streifendienst stehen im Fokus. Großes Augenmerk wird auch heuer wieder auf Prävention und den Kontakt mit der Bevölkerung gelegt. Denn durch eigene, meist einfache Sicherungsmaßnahmen, können Einbrecher abgeschreckt werden, was auch die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik belegen: Bei 40 Prozent aller Wohnraumeinbrüche in Österreich 2016, das sind 5.194 angezeigte Fälle, blieb es beim Versuch und dem Täter gelang es nicht, die Tat zu vollenden und Diebesgut zu entwenden. In Oberösterreich und Wien liegt dieser Prozentsatz sogar über 42 Prozent.

Diese Tatsache geht meist mit dem guten Eigenschutz und den richtig gesetzten Präventionsmaßnahmen der Bevölkerung einher. Dabei sind eine gute Nachbarschaft und gegenseitige Hilfe enorm wichtig. Eine Vertrauensperson, die bei Abwesenheit nach dem Rechten sieht und den Postkasten entleert, leistet wertvolle Dienste. Die Polizei will aber auch die Menschen dazu motivieren, sie bei verdächtigen Beobachtungen zu verständigen. Niemand soll sich scheuen die nächste Polizeidienststelle zu kontaktieren oder im Notfall 133 zu wählen.

Tipps der Kriminalprävention
• Gute Nachbarschaft und gegenseitige Hilfe sind sehr wichtig! Zusammenhalt schreckt Täter ab!
• Vermeiden Sie Zeichen der Abwesenheit. Leeren Sie Briefkästen und beseitigen Sie Werbematerial.
• Schließen Sie Fenster, Terrassen- und Balkontüren.
• Vermeiden Sie Sichtschutz, der dem Täter ein ungestörtes Einbrechen ermöglicht.
• Räumen Sie weg, was Einbrecher leicht nützen können.
• Verwenden Sie bei Abwesenheit in den Abendstunden Zeitschaltuhren und
installieren Sie eine Außenbeleuchtung.
• Sichern Sie Terrassentüren und lassen Sie nur hochwertige Schlösser und Schließzylinder einbauen.


Kontakt
Die Spezialistinnen und Spezialisten der Kriminalprävention stehen kostenfrei in ganz Österreich unter der Telefonnummer 059 133 zur Verfügung.

Links:

Informationsblatt zu Dämmerungseinbrüchen
©  BK
Logo Kriminalprävention
©  BMI

Artikel Nr: 15177 vom Donnerstag, 05. Oktober 2017, 10:17 Uhr
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