Infografiken

Auf diesen Seiten veröffentlicht das BK regelmäßig aktuelle Infografiken zu den vielfältigen Themenbereichen der Kriminalpolizei. Ziel ist es den Leserinnen und Lesern mit diesen Grafiken einen schnellen Überblick über teils komplexe Inhalte und Entwicklungen zu geben. Die Basis für die dargestellten Zahlen stellt zum großen Teil die Polizeiliche Kriminalstatistik Österreich (PKS), aber auch andere Datenbanken, wie z.B. Fahndungs- oder DNA-Datenbanken, dar. Darüber hinaus werden Phänomene und Modi Operandi, aber auch Präventionstipps einfach erklärt und verschiedene Organisationseinheiten der Kriminalpolizei und deren Abläufe bildlich dargestellt.


Daten und Fakten aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS)

Die PKS ist eine Anzeigenstatistik. In dieser werden also jene Fälle erfasst, die der Polizei gemeldet werden. Der Zeitraum für die Betrachtung der Kriminalitätsentwicklung ist auf zehn Jahre festgelegt und auch grafisch so dargestellt, um Entwicklungen und Tendenzen ablesen zu können. Neben der Zahl der Anzeigen werden auch die geklärten Fälle und die Aufklärungsquote festgehalten. Letztere ist in Prozent angeführt und zeigt das Verhältnis der aufgeklärten Fälle zu den Anzeigen. Die PKS wird einmal jährlich veröffentlicht.

Entwicklung der Aufklärungsquote in Österreich 2008 bis 2018

Im Jahr 2018 konnte die höchste Aufklärungsquote der letzten zehn Jahre erzielt werden. 52,5% (248.315) aller begangenen Straftaten konnten von Ermittlungsbeamtinnen und –beamten geklärt werden. Im Vergleich zum Vorjahr konnten somit 1,4 Prozent mehr Delikte aufgeklärt werden.

Entwicklung der Aufklärungsquote in Österreich 2007 bis 2016
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Entwicklung der Gesamtkriminalität in Österreich 2008 bis 2018

Seit der Einführung der elektronischen Erfassung der Anzeigen, gab es 2018 erstmals weniger als 500.000 angezeigte Delikte, in Summe 472.981, was einen Rückgang von 37.555 Anzeigen (7,4 %) im Vergleich zu 2017 bedeutet.

Entwicklung der Gesamtkriminalität in Österreich 2007 bis 2016
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Entwicklung der Gewaltkriminalität in Österreich 2009 bis 2018

Zur Gewaltkriminalität zählen strafbare Handlungen gegen Leib und Leben, gegen die Freiheit und gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung, die vorsätzlich begangen werden. Im Jahr 2018 wurde der Gewaltbegriff in der PKS neu definiert und erweitert. Zahlreiche rechtliche Änderungen, wie z.B. § 91a StGB „Tätlicher Angriff auf mit bestimmten Aufgaben betraute Bedienstete einer dem öffentlichen Verkehr dienenden Anstalt“ (seit 2018 in Kraft) sowie folgende Paragrafen, die bereits 2016 aufgenommen wurden: § 106a StGB „Zwangsheirat“, § 107c StGB „Fortgesetzte Belästigung im Wege der Telekommunikation oder eines Computersystems“, § 205a StGB „Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung“, § 218 StGB „Sexuelle Belästigung und öffentliche geschlechtliche Handlungen“, wurden mitaufgenommen. Ebenfalls wurden die gefährliche Drohung und Raubdelikte miterfasst. Der angeführte Zehnjahresvergleich wurde mit allen Delikten der Gewaltkriminalität berechnet.

2018 wurden 69.426 Gewaltdelikte zur Anzeige gebracht, 3.151 weniger als im Jahr davor, was einen Rückgang von 4,3 Prozent darstellt. 84,1 Prozent der angezeigten Delikte konnten aufgeklärt werden, ein Minus von 0,1 Prozent. 90,1 Prozent der angezeigten Taten wurden vollendet, in 9,9 Prozent der Fälle blieb es beim Versuch.

Die meisten Opfer (26.681) sind zwischen 25 und 39 Jahre alt, das bedeutet in dieser Kategorie einen Rückgang von 3,9 Prozent (1.096) im Vergleich zum Vorjahr. Ein signifikanter Anstieg wurde bei Kindern unter 14 Jahren verzeichnet. Insgesamt wurden 5.631 Kinder unter 14 Jahren Opfer von angezeigten Gewaltdelikten. Bei der Gruppe der 0 bis 5-jährigen gab es 839 Delikte und was somit ein Anstieg von 23,2 Prozent im Vergleich zu 2017 beschreibt. 1.168 Kinder im Alter zwischen 6 und 9 Jahren - ein Wachstum von 19,8 Prozent - und 3.624 Kinder zwischen 10 und 13 Jahren - ein Zuwachs von 17,5 Prozent - wurden ebenfalls Opfer von Gewalt.

Im Jahr 2018 wurden insgesamt 81.770 Menschen verzeichnet, die Opfer einer Gewalttat wurden, was ein Minus von 0,2 Prozent ausmacht.

2018 waren 46.934 der Opfer männlich und 34.836 weiblich. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der männlichen Opfer um 0,7 Prozent (2017: 46.611). Bei den Frauen hingegen ist ein Rücklauf von 1,4 Prozent (2017: 35.326) zu erkennen.

Bei 59,9 Prozent der begangenen Taten gab es eine Beziehung zwischen Täter und Opfer (44.235 Fälle). In 40,1 Prozent gab es keine Beziehung (28.126 Fälle) oder der Beziehungsstatus blieb unbekannt (1.450 Fälle).

Entwicklung der Gewaltkriminalität in Österreich
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Entwicklungen der Anzeigen wegen Cybercrime in Österreich von 2009 bis 2018

Unter Internetkriminalität im engeren Sinne versteht man Straftaten, bei denen Angriffe auf Daten oder Computersysteme unter Ausnutzung der Informations- und Kommunikationstechnik begangen werden.

Internetkriminalität im weiteren Sinne nutzt die Informations- und Kommunikationstechnik zur Planung, Vorbereitung und Ausführung und umfasst unter anderem auch Betrugsdelikte mit Tatort Internet, Kinderpornografie und die Anbahnung von Sexualkontakten zu Unmündigen.

Im Jahr 2018 betrug die Anzahl der angezeigten Straftaten im Bereich der Internetkriminalität insgesamt 19.627, was einen Anstieg von 16,8 Prozent bedeutet. Die Zahl der geklärten Delikte konnte um 13,3 Prozent auf 7.332 gesteigert werden (2017: 6470).

Die Zahl der Anzeigen wegen Cybercrime Delikten im engeren Sinne ist 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 13,4 Prozent auf 3070 gesunken.

Entwicklungen der Anzeigen wegen Cybercrime
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Entwicklung der Personenaufgriffe in den Jahren 2009 bis 2018

Bei den aufgegriffenen Personen handelt es sich um Schlepper, geschleppte Personen und um rechtswidrig eingereiste bzw. aufhältige Personen. Im Jahr 2018 wurden insgesamt 21.236 Menschen aufgegriffen, das stellt einen Rücklauf von 23,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr dar. Die Zahl der Schlepper stieg von 2017 (222) auf 2018 (223) um eine Person an. Die Anzahl der Geschleppten sank im Vergleich zu 2017 um 68,4 Prozent auf 2.843. Bei den rechtswidrig Eingereisten bzw. Aufhältigen ist ein Rückgang von zwei Prozent auf 18.170 zu verzeichnen.

Entwicklung der Personenaufgriffe
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Entwicklung der aufgegriffenen Schlepper
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Entwicklung der aufgegriffenen Schlepper in den Jahren 2009 bis 2018

Die Zahl der Schlepper stieg von 222 im Jahr 2017 auf 223 im Jahr 2018 leicht an. Die meisten Schlepper waren österreichische Staatsbürger (27), gefolgt von Staatsangehörigen aus dem Irak (16), Pakistan (15), Italien (13) und Syrien (13). 85 Prozent der Schlepper waren männlich, wobei 60 Prozent im Alter zwischen 21 und 40 Jahren war.

Übersicht über die Schlepperrouten

Für Österreich waren 2018 drei Schleppungsrouten relevant:

Die östliche Mittelmeerroute/westliche Balkanroute führt von Pakistan und Afghanistan durch den Iran in die Türkei und weiter über verschiedene Balkanländer Richtung Nordeuropa. Auf dieser Route werden vorwiegend syrische, afghanische und pakistanische Migranten geschleppt.

Auf der westlichen Mittelmeerroute werden vorwiegend Migranten aus Marokko, Guinea, Elfenbeinküste und Mali nach Spanien geschleppt, wobei der Ausgangspunkt in Marokko liegt.

Die zentrale Mittelmeerrote, deren Startpunkte die Staaten Nordafrikas, insbesondere Lybien sind, wird von Migranten aus Nigeria, Marokko, Gambia, Algerien und Somalia gewählt und über den Seeweg versucht, über Italien, nach Westeuropa zu gelangen.

Sichergestellte Suchtmittel 2018

Österreich ist Konsum-, Transit- und Umschlagplatz für illegale Suchtmittel und Sitz verschiedenster Tätergruppierungen sowie Verteilernetzwerke. Im Wesentlichen werden die kriminellen Aktivitäten durch fünf Faktoren maßgeblich beeinflusst:

  • Durch die Balkanroute, an der Österreich liegt und über die Heroin- und Opiatprodukte aus Afghanistan Richtung Europa geschmuggelt wird
  • Durch den internationalen Flughafen Wien-Schwechat, der zum Einfuhrschmuggel von Kokain aus den südamerikanischen Ländern fungiert
  • Durch die Methamphetamin produzierenden, angrenzenden europäischen Länder
  • Durch die Eigenproduktion sowie Schmuggel von Cannabisprodukten
  • Durch die vermehrt via Internet und Darknet angebotenen Suchtmittel sowie neuen psychoaktiven Substanzen

Seit 2012 kann im Jahr 2018 erstmals wieder ein Rückgang im Bereich der Suchtmittelkriminalität verzeichnet werden. 2018 wurden 41.044 Anzeigen erstattet (2017: 42.610), was eine Abnahme von 3,7 Prozent bedeutet. Im Jahr 2018 wurden rund 1.500 Kilogramm Cannabisprodukte, 534 Kilogramm Khat, 77 Kilogramm Amphetamin, 76 Kilogramm Heroin, 75 Kilogramm Kokain und 8 Kilogramm Methamphetamin sowie 83.000 Stück Ecstasy sichergestellt.

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Fahndungseinheiten und -systeme

Kriminelle agieren häufig international. Dies führt dazu, dass verschiedene Polizeibehörden zuständig sind. Umso wichtiger ist es, dass Informationen zu Straftaten und Straftätern ausgetauscht und die Daten zentral ausgewertet werden. Daher gibt es verschiedene Dateien und Systeme, die den Informationsaustausch innerhalb der Polizei sicherstellen.

Auf nationaler Ebene gibt das das Elektronische Kriminalpolizeiliche Informationssystem kurz EKIS, auf internationaler Ebene kommt unter anderem das Schengener Informationssystem SIS II zum Einsatz. Fahndungen via Interpol betreffen alle Fahndungsmaßnahmen, die über den Bereich von Schengen hinausgehen und somit weltweit abrufbar sind. Neben den Systemen gibt es auch spezielle Fahndungseinheiten wie die der Zielfahndung, die flüchtige Täter auf der ganzen Welt suchen. Im Kompetenzzentrum für vermisste Personen, kurz KAP, sind Kriminalbeamte sensibel und akribisch auf der Suche nach Abgängigen.  

Entwicklung der SIS II-Treffer in Österreich und in den Schengenstaaten 2009 bis 2018

SIS II ist das gemeinsame elektronische Fahndungssystem der Schengen-Staaten, an dem sich derzeit 30 Staaten beteiligen. Österreich ist seit 01. Dezember 1997 in das Schengener Informationssystem eingebunden. Das SIS II liefert Informationen zu Personen, die nicht das Recht haben, in den Schengen-Raum einzureisen, sich dort aufzuhalten oder die aufgrund von Straftaten gesucht werden. Zusätzlich enthält das SIS II Informationen zu Vermissten. Auch Angaben zu bestimmten Objekten, wie z.B. Kraftfahrzeuge, Feuerwaffen, Schiffe oder Identitätsdokumente, welche verloren gingen, gestohlen wurden oder für Straftaten missbraucht wurden, werden mitaufgenommen.Durch die minutenschnelle Verbreitung aller Fahndungen im SIS II kommt es zu raschen und zahlreichen Fahndungserfolgen. Im Jahr 2018 konnten in Österreich 470 Tatverdächtige sowie 689 Tatverdächtige, die im Ausland für Österreich festgenommen wurden, verzeichnet werden.

Festnahmen der Zielfahnder des Bundeskriminalamts 2009 bis 2018

Die Zielfahndung ist die modernste Form der internationalen Personenfahndung. Die Kriminalbeamten dieser Einheit suchen konkret nach geflüchteten Tätern. Zur Erschwernis der Ausforschung verwenden die Flüchtigen im Ausland meist Aliasnamen oder falsche bzw. gefälschte Ausweise, um sich so der österreichischen Strafverfolgung zu entziehen. Das Einsatzgebiet der Zielfahnder erstreckt sich über die gesamte Welt, wobei die Schwerpunkte ihrer Arbeit in Europa, Nord und Südamerika sowie Asien liegen.

Fälle von Abgängigkeit in Österreich

Wird eine Person bei der Polizei als vermisst gemeldet, werden ihre Daten im Elektronischen Informationssystem (EKIS) eingespeichert und die Suche nach der vermissten Person beginnt.
Seit Jänner 2015 ist die Zahl der Abgängigen in Österreich von rund 800 Personen auf etwa 900 Personen angestiegen. Dieser Anstieg um etwa ca. zwölf Prozent ist auf die Migrationsbewegungen der letzten Jahre zurückzuführen.

Die Klärungsrate ist in Österreich sehr hoch und liegt im Durchschnitt bei ca. 95 Prozent.

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Kriminaltechnik und Forensik

Die Expertinnen und Experten der Spurensicherung sind für die Sicherstellung und Auswertung von Beweismaterialien und Spuren von Verbrechen oder Unfällen zuständig. Sie untersuchen und sichern sie Spuren, wie z. B. Fuß- und Fingerabdrücke, DNA und andere Beweismittel, rekonstruieren den Tathergang und erstellen Analysen und Berichte. Die Ergebnisse der forensischen Arbeit spielen bei der Überführung von Täter und in der Beweisaufnahme in Strafprozessen eine entscheidende Rolle.

Kommissar „DNA“

Die DNA-Analyse ist eines der wichtigsten Werkzeuge der Kriminalisten. Österreich hat beim Auf- und Ausbau der DNA-Datenbank eine zwanzigjährige Erfahrung und daher auch eine internationale Vorreiterrolle übernommen. Wöchentlich werden durch DNA-Abgleiche alleine in Österreich hunderte Fälle gelöst.

Kriminaltechnische Untersuchungen im Bundeskriminalamt 2018

Im Mittelpunkt jeder kriminaltechnischen Arbeit steht der Beweis. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kriminaltechnik entschlüsseln mit vielfältigen Untersuchungen die sichergestellten Spuren. Auf diese Weise unterstützen sie die polizeiliche Ermittlung und Fahndung. Noch vor Jahren waren viele der heute eingesetzten Verfahren weitgehend unbekannt, heute sind sie selbstverständlich. Diese laufende Weiterentwicklung eröffnet der kriminaltechnischen Untersuchung und damit auch der Strafverfolgung immer neue Möglichkeiten der Kriminalitätsbekämpfung. Mit den Möglichkeiten steigen aber auch die Anforderungen.

Das Büro für Kriminaltechnik mit seinen rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stellt sich diesen Aufgaben zur Stärkung der inneren Sicherheit und stetigen Verbesserung des Sachbeweises. Das Büro untergliedert sich in die vier Referate Chemie, Physik, Urkunden und Handschriften sowie Biologie, die aufwändigere Untersuchungen zentral für ganz Österreich jährlich tausende Untersuchungen durchführen.

Im Jahr 2018 wurden mehr als 42.000 Einzelanalysen, unter anderem über 23.496 Suchtmittelanalysen, 4.700 Urkundenuntersuchungen und 88 Ermittlungen nach Bränden, untersucht. Im Vergleich zum Vorjahr wurden fast doppelt so viele Fasern (4.509) einer kriminaltechnischen Untersuchung unterzogen. Ebenfalls konnte eine Steigerung bei der Anzahl der untersuchten Schusswaffen verzeichnet werden. Waren es im Jahr 2017 insgesamt 390 Schusswaffen, wurden 2018 1.021 Feuerwaffen untersucht, was einen Anstieg von 161,8 Prozent beträgt.

2018: Über 42.000 Einzelanalysen
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Organisationseinheiten und -abläufe in der Kriminalpolizei

Um einen Einblick in die Arbeitsabläufe der Kriminalpolizei zu bekommen, werden hier Strukturen und Arbeitsprozesse grafisch dargestellt.

Die Cybercrime-Einheiten der Polizei

Die österreichische Polizei will mehr Sicherheit im virtuellen Raum gewährleisten und verfolgt daher eine bundesweite Strategie zur Bekämpfung von Cybercrime. Dazu ist notwendig, nicht nur auf zentraler Ebene, sondern auch auf Länder-, Bezirks- und Gemeindeebene, ausreichend Know-how zu transportieren. Die Bekämpfung der Internetkriminalität nimmt bei der Polizei einen Schwerpunkt ein: Einerseits österreichweit auf lokaler Ebene in den rund 900 Polizeiinspektionen und in über 100 Bezirks- und Stadtpolizeikommanden. Auf Länderebene sind technisch ausgebildete Expertinnen und Experten zur Durchführung beziehungsweise Unterstützung bei technischen Ermittlungs- und Beweissicherungsmaßnahmen tätig. Auf Bundesebene wird das Cybercrime-Competence-Center, kurz „C4“, als zentrale Koordinierungs- und Meldestelle aufgebaut. Es setzt sich aus technisch und fachlich hochspezialisierten Expertinnen und Experten zusammen.
Wird eine Straftat mit IT-Bezug bei der Sicherheitsbehörde – in der Regel durch die Mitteilung eines Geschädigten bei einer Polizeiinspektion – bekannt, kann auf das Fachwissen der Bezirks-IT-Ermittler zurückgegriffen werden. Auf Ebene der Landeskriminalämter sind Fachbereiche zur Klärung solcher Straftaten eingerichtet. Diese fungieren als Bindeglied zum C4 im Bundeskriminalamt. International werden die Kontakte zu Europol und Interpol gepflegt und der Austausch verstärkt.

Die Cybercrime-Einheiten der Polizei
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Das Analyseverfahren der Geldwäschemeldestelle

Wenn eine Verdachtsmeldung in der Geldwäschemeldestelle des Bundeskriminalamtes eingeht, dann wir das Analyseverfahren gestartet. Im Rahmen dieses Verfahrens wird die erhaltene Information durch Ermittlung weiterer Daten mit kriminalpolizeilichen Erkenntnissen angereichert, die Angaben des Kunden werden überprüft und der gesamte Sachverhalt wird einer wirtschaftlichen Plausibilitätsprüfung unterzogen. Kann der Tatverdacht im Zuge der Analyse konkretisiert werden, beginnt ein Ermittlungsverfahren nach der Strafprozessordnung (StPO). Erfolgt keine direkte Erledigung durch die österreichische Geldwäschemeldestelle, wird die Verdachtsmeldung an die fachlich oder örtlich zuständige Organisationseinheit zur weiteren Erledigung übermittelt. Eine Abtretung erfolgt fachlich etwa bei Verdacht der Terrorismusfinanzierung an das BVT, bei der Nichtoffenlegung von Treuhandbeziehungen an die Finanzmarktaufsicht (FMA und bei Verdacht einer Vortat im Bereich des Finanzstrafgesetzes (FinStrG) an das Bundesministerium für Finanzen (BMF). Örtlich erfolgt die Abtretung in jenen Fällen, in denen Ermittlungen in den Bundesländern durchgeführt werden müssen und daher die Erledigung durch das jeweilige Landeskriminalamt (LKA) zielführend ist.

Das Analyseverfahren der Geldwäschemeldestelle
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Prävention und Opferhilfe

Präventionsarbeit bedeutet, aktives Zugehen auf die einzelnen Menschen und Zielgruppen, den Aufbau einer Vertrauensbasis und die Vermittlung von Informationen und Tipps. Ziel der Kriminalprävention ist es, bestehende Arbeits- und Schulungsunterlagen und Präventionsprogramme laufend zu aktualisieren, um den ständig wachsenden Aufgaben, den täglichen Herausforderungen und der Erwartungshaltung der Bevölkerung an die Kriminalprävention gerecht zu werden. Ist ein Mensch Opfer einer Straftat geworden, dann gebührt ihm Schutz und Unterstützung. Auch hier setzt sich die österreichische Polizei ein.

Fakten über die Arbeit der Kriminalprävention in Österreich 2018

In Österreich führen ca. 1200 speziell ausgebildete Exekutivbeamtinnen und –beamte ihre Aufgaben als Präventionsbeamtinnen und –beamte durch, die laufend in Form von persönlichen Beratungen, Vorträgen, Besuchen, aber auch über E-Mail oder Telefon die Menschen mit Präventionstipps versorgen. Dadurch konnten sie 2018 444.898 Menschen jeder Altersgruppe  bei insgesamt 41.285 verschiedenen kriminalpräventiven Maßnahmen zu den Präventionsbereichen Computer- und Internetkriminalität, Eigentumsschutz, Gewaltprävention, Gewalt in der Privatsphäre, Sexualdelikts- und Sucht(delikts)prävention erreichen und beraten.

Im Jahr 2018 wurden insgesamt 14 Jugendpräventionsprogramme und Jugendpräventionsprojekte entweder österreichweit oder bundesländerspezifisch von den Präventionsbediensteten für Jugendliche, Eltern und Erziehungsberechtigte sowie Lehrpersonal umgesetzt.

Mit diesem kompetenten und kostenfreien Service konnte ein wichtiger Beitrag zum subjektiven Sicherheitsgefühl geleistet werden. Die Spezialisten der Kriminalprävention stehen Ihnen kostenlos und österreichweit unter der Telefonnummer 059133 zur Verfügung.

Der Wohnraumeinbruch in der Dämmerung

In den Monaten von November bis Jänner nutzen Einbrecher vermehrt die frühe Dämmerung, um in Wohnungen und Wohnhäuser Diebesgut zu entnehmen.  Die Täter sind besonders zwischen 17 und 21 Uhr unterwegs. Zu den Tatorten zählen meist Wohnungen und Wohnhäuser, die gut an Hauptverkehrsverbindungen angebunden sind und eine rasche Flucht ermöglichen. Siedlungsgebiete mit schwer einsehbaren Grundstücken und ebenerdig gelegene Wohnungen stehen besonders im Fokus. Die Täter versuchen meist durch das Aufzwängen von Terrassentüren und gartenseitig gelegenen Fenstern, Türen oder Kellerzugängen in das Wohnobjekt einzudringen. Dabei nutzen sie meist einfache Hilfsmittel und brechen mit Schraubenzieher oder einer Zange schlecht gesicherte Türen oder Fenster auf. Ein guter Eigenschutz und richtiges Verhalten können helfen und Einbrecher abschrecken, was auch die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik belegen: Bei 46,5 Prozent aller Wohnraumeinbrüche im Jahr 2018 ist es beim Versuch geblieben. Die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Wohnhäuser ist gegenüber dem Vorjahr um 17,1 Prozent von 11.802 auf 9.784 gesunken.

Der Wohnraumeinbruch in der Dämmerung
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Achtung vor mobiler Ransomware

Ransomware ist ein Sammelbegriff für Schadsoftware, die speziell dafür entwickelt wird, elektronische Daten und Systeme zu verschlüsseln, sodass diese nicht mehr verwendet werden können. Für die Entschlüsselung wird dann Lösegeld (engl.: ransom) erpresst, meistens in Form des virtuellen Zahlungsmittels Bitcoin oder durch Prepaid-Karten. Beide Zahlungsformen sind anonym und erschweren dadurch die Strafverfolgung. Die Verbreitung der Verschlüsselungssoftware erfolgt insbesondere über präparierte E-Mails, durch Sicherheitslücken in Webbrowsern oder durch unbewusstes Herunterladen aus dem Internet (drive-dy-download). Betroffen sind sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen, Behörden und sonstige Organisationen.

 Achtung vor mobiler Ransomware ( 158 KB) 

 Mobile Ransomware – Tipps für Unternehmen Teil 1 ( 86 KB) 

 Mobile Ransomware – Tipps für Unternehmen Teil 2 ( 100 KB) 

 Mobile Ransomware – Tipps zum Schutz Ihrer Geräte Teil 1 ( 106 KB) 

 Mobile Ransomware – Tipps zum Schutz Ihrer Geräte Teil 2 ( 118 KB) 

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