Wirtschaftskriminalität

#DontbeaMule – lass Dich nicht zum Täter machen!

Europol startet am 2. Dezember 2020 eine europaweite Schwerpunktaktion gegen illegale Finanzagenten (Money Mules). Ziel der europaweiten Aktionswoche ist es, die Bevölkerung zu informieren und Betroffene davor zu bewahren eine Straftat zu begehen. Das Bundeskriminalamt beteiligt sich an der Sensibilisierungskampagne.

Ein illegaler Finanzagent oder Money Mules ist eine Person, die von Kriminellen angeworben wird, um illegal erlangte Gelder zu waschen. Straftäter versuchen ahnungslose Opfer mit Jobangeboten, die legal erscheinen, als Finanzagenten anzuwerben. Die Täter kopieren dabei echte Websites oder nutzen ähnliche Web-Adresse wie bei bestehenden legalen Firmen, um den Betrug so authentisch wie möglich aussehen zu lassen. Dann wird den Finanzagenten meist ein Geldbetrag aus dem Ausland auf sein Konto überwiesen und er wird aufgefordert, diesen Geldbetrag entweder weiter zu überweisen oder zu beheben. Als Verdienst darf sich die Person eine vereinbarte Gebühr einbehalten. Sofern eine Barbehebung gefordert wird, wird entweder ein Treffen mit einer unbekannten Person vereinbart, die das "gewaschene" Geld entgegennimmt, oder der Finanzagent wird aufgefordert das Geld postalisch oder mit alternativen Zahlungsdienstleistern weiter zu versenden.

Kriminelle wählen als potenzielle Finanzagenten oft Menschen, die neu in einem Land sind, Arbeitslose, Studenten und Menschen in finanziellen Nöten. Oftmals sind die Money Mules im Unwissen der eigentlichen Straftat. Sie werden lediglich für den Transfer der "schmutzigen" Gelder rekrutiert, können damit jedoch bereits den Tatbestand der Geldwäsche erfüllen, dieser ist in Österreich eine gerichtlich strafbare Handlung nach dem §165 des Strafgesetzbuchs (StGB). Als Finanzagent leistet man einen Beitrag zur Vollendung der Straftat und unterstützt damit die organisierte Kriminalität, denn die Gelder stammen nicht selten aus Drogen-, Waffen-, oder Menschenhandel.

Geldwäsche
In Österreich werden Meldungen über verdächtige Banktransfers an die Zentrale Geldwäschemeldestelle (A-FIU) im BK gemeldet und analysiert. Erhärtet sich der Verdacht, ermittelt die Polizei und erstattet Anzeige bei Gericht. Die Tätigkeit als Money Mule stellt auch eine verwaltungsrechtliche Übertretung dar, nämlich dieNichtoffenlegung von Treuhandbeziehungen, die von der Finanzmarktaufsicht (FMA) geahndet wird.

Im Zuge der Präventionswoche von 2. bis 6. Dezember 2020 klären Europol, das BK und Gemeinsam.Sicher mit Postern, online und mittels sozialer Medien mit dem #DontbeaMule über die Thematik des Finanzagenten auf.

Tipps der Kriminalprävention
• Seien Sie bei besonders lukrativen Jobangeboten vorsichtig. Schnelles Geld ist oft schmutziges Geld.
• Kontrollieren Sie Jobangebote genau. Achten Sie auf Adresse, Telefonnummer, E-Mailadresse und Webseite der Unternehmen. Erkundigen Sie sich selbst im Internet über das Unternehmen bzw. das Jobangebot.
• Achten Sie auf die Ausdrucksweise und den Stil des Jobangebotes. Das kann auf die Seriosität hinweisen.
• Geben Sie niemals Ihre Kontodaten oder andere persönliche Daten an unbekannte Dritte weiter.

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Artikel Nr: 18278 vom Mittwoch, 2. Dezember 2020, 10:52 Uhr
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