Fahndung

Ereignisreiches Jahr für die Zielfahndung

Seit 2003 spüren die Zielfahnder des Bundeskriminalamtes (BK) flüchtige Täter rund um den Globus auf. Im Jahre 2017 wurden 21 mit internationalem Haftbefehl gesuchte Straftäter festgenommen, darunter gab es aufsehenerregende Fälle.

Das Jahr 2017 war für die Mitarbeiter der Zielfahndung besonders arbeitsreich. Insgesamt wurden 21 gesuchte Verbrecher festgenommen, dies bedeutet eine Festnahme an jedem 17. Tag. Im Ausland wurden 17 männliche und eine weibliche Tatverdächtige im Alter zwischen 21 und 57 ausfindig gemacht. Im Inland nahmen die Ermittler drei Personen fest. Die Bandbreite an Delikten reichte dabei von schwerem Raub und schwerem Betrug über Kindesmissbrauch und Suchtmittelhandel bis hin zu Mord.

Innenminister Herbert Kickl gratulierte der Einheit: "Ich beglückwünsche die Experten der Zielfahndung zu den beachtlichen Erfolgen des letzten Jahres. Dank ihrer unermüdlichen Arbeit stellen sie sicher, dass sich kein Straftäter durch eine Flucht ins Ausland der Verfolgung entziehen kann."

Most Wanted
Einige der gelungenen Amtshandlungen sorgten bereits in den Medien für rege Berichterstattung: Im Mai 2017 konnte ein männlicher Tatverdächtiger nach acht Jahren Flucht im Kosovo festgenommen werden. Er versuchte einen Wiener Kriminalbeamten im April 2009 im Zuge einer Kontrolle mit einem Messer zu töten. Der Beamte überlebte damals nur durch einen glücklichen Zufall.

Der doppelte Olympiasieger Peter Seisenbacher wurde im August in Kiew/Ukraine von den Zielfahndern des BK ausfindig gemacht und festgenommen. Er steht im Verdacht von 1997 bis 2004 mehrere Unmündige sexuell missbraucht zu haben. Da er einer Gerichtsverhandlung im Dezember 2016 fernblieb, wurde ab diesem Zeitpunkt weltweit gefahndet. Im selben Monat wurde Dank der professionellen Ermittlungen der Mitglieder der Einheit der sogenannte "Halsketten-Räuber" auf seiner Flucht in Bukarest/Rumänien gestellt. Er steht im Verdacht in Graz sieben ältere Frauen brutal überfallen und beraubt zu haben.

Weiters konnte von den Fahndern im September ein somalischer Staatsangehöriger nach einem äußerst brutalen Mordversuch in Schweden unter falschem Namen als Asylwerber in Wien ausgeforscht werden. Im Oktober ist ein von der pakistanischen Polizei als "Butcher von Pakistan" bezeichneter und als Most Wanted Person gelisteter pakistanischer Staatsbürger festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen in Pakistan circa 70 Menschen gegen Bezahlung getötet zu haben.

Allgemeines
Die Zielfahndungseinheit des BK gibt es seit 2003. Mittlerweile wurden insgesamt 214 Zielpersonen festgenommen. Das Ausforschen und Festnehmen von international gesuchten Straftätern ist nicht die einzige Aufgabe der Experten. So sind die Zielfahnder beispielsweise auch mit der Rückführung von Häftlingen nach Österreich, internationalen Konferenzen, EU-Projekten, Vorträgen und Schulungen von Kollegen sowie mit in- und ausländischen Amtshilfeersuchen beschäftigt.

Links:

Festnahmen durch die BK-Zielfahndung 2017
Foto: ©  BK

Artikel Nr: 15458 vom Donnerstag, 11. Jänner 2018, 10:07 Uhr
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