Internationales

Zielfahnder des Bundeskriminalamtes forschten gesuchten Pädophilen aus

Den Spezialisten des Bundeskriminalamtes (BK) gelang es einen von der Staatsanwaltschaft Leoben mit internationalem Haftbefehl gesuchten österreichischen Staatsbürger in Nigeria auszuforschen. Der 64-jährige steht im Verdacht, 1990 seine neun Jahre alte Stieftochter über einen längeren Zeitraum sexuell missbraucht zu haben.

Der Tatverdächtige steht im Verdacht, 1990 seine neun Jahre alte Stieftochter in der Wohnung seiner damaligen Lebensgefährtin in der Obersteiermark über einen längeren Zeitraum sexuell missbraucht zu haben. Er dokumentierte damals seine Straftaten auf Video.

Nach Bekanntwerden des Tatverdachts erwirkte die Staatsanwaltschaft (StA) Leoben 1992 gegen den Beschuldigten eine weltweit gültige Festnahmeanordnung. Zu diesem Zeitpunkt hielt er sich bereits in Nigeria auf und entzog sich dem Strafverfahren, indem er nicht mehr nach Österreich zurückkehrte.

Im März 2017 - 27 Jahre nach der Tat – übernahm die Zielfahndung des BK die internationale Fahndung nach dem Beschuldigten und konnte seinen Aufenthalt in Lagos Nigeria ermitteln. Seine Anwesenheit in Nigeria konnte letztlich auch von der österreichischen Botschaft in Abuja/Nigeria bestätigt werden. Offensichtlich lebte der Beschuldigte in Lagos mit seiner neuen Frau und Tochter und arbeitete in der Baubranche.

Festnahme
Im Jänner 2020 erfuhren die Zielfahnder, dass die Zielperson einen kurzen Aufenthalt in der Hauptstadt Abuja plante. Unter Einbeziehung der österreichischen Botschaft und der Interpol konnte er schließlich am 17. Jänner 2020 in Abuja festgenommen werden. Es stellte sich heraus, dass der Beschuldigte in Nigeria illegal aufhält ist, da sein österreichisches Reisedokument bereits seit vielen Jahren abgelaufen und somit ungültig war.

Aufgrund dessen begaben sich am 22. Jänner 2020 zwei BK Zielfahnder nach Nigeria. Mit abermaliger Unterstützung durch die österreichische Botschaft wurden Gespräche mit Interpol und der Immigration geführt und konnte schließlich durch den nigerianischen Innenminister eine sofortige Ausweisung erwirkt werden. Die Zielfahnder überstellten den Beschuldigten nach Frankfurt, wo er sofort nach seiner Ankunft am 25. Jänner 2020 in Haft genommen wurde. Die Festnahme erfolgte aufgrund des von der StA Leoben angeordneten Europäischen Haftbefehls mit dem Zweck, den Beschuldigten nach Österreich auszuliefern.

Der Tatverdächtige befindet sich zurzeit in Deutschland in Haft. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat bereits die Auslieferung des Beschuldigten bewilligt. Der Beschuldigte wird Mitte Februar 2020 an die österreichischen Behörden übergeben.

Artikel Nr: 17668 vom Freitag, 7. Februar 2020, 07:00 Uhr
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