Internationales

Interpol Operation Pangea zum elften Mal durchgeführt

In Österreich beteiligten sich das Bundeskriminalamt (BK), die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und der österreichische Zoll gemeinsam an der internationalen Aktionswoche gegen den Verkauf illegaler Medikamente im Internet. Die Operation Pangea XI fand dieses Jahr von 9. bis 16. Oktober 2018 statt und untermauerte die hervorragende Zusammenarbeit zwischen nationalen und internationalen Behörden.

Im Rahmen der internationalen Aktionswoche Pangea XI von 9. bis 16.Oktober konzentrierte sich die österreichischen Behörden in einer gemeinsamen Aktionswoche auf die Bekämpfung des Schmuggels illegaler und gefälschter Medikamente, die online bestellt wurden.

Nachdem in den vergangenen Jahren der Schwerpunkt der Kontrollen in diesem Aktionszeitraum immer auf den österreichischen Postverteilungszentren beziehungsweise privaten Paketzustelldienste gelegen ist, wurde heuer seitens der Polizei besonderer Wert auf die fortführenden Ermittlungen an den Aufgriffen gelegt. Wenn ein Paket beispielsweise wegen des Inhaltes (Dopingpräparate, illegale oder gefälschte Arzneimittel) beanstandet wurde, erfolgte eine sofortige Befragung des Empfängers über die Bestell- und Zahlungsmodalitäten. Somit konnten die einschlägigen Websites und ausländischen Bankverbindungen direkt über Interpol an das betreffende Land übermittelt und geeignete Maßnahmen gegen die Organisation getroffen werden. So wurden von den Ermittlern des BK im Zuge der Aktionswoche insgesamt 27 Ermittlungsverfahren eingeleitet und über 800 Pakete kontrolliert.

"Die aus den Ermittlungen gewonnenen Kenntnisse sind für unsere Strukturanalysen und die Ermittlungen neuer Vertriebswege der organisierten Kriminalität äußerst wertvoll.", so Büroleiter des BK Brigadier Dieter Csefan.

So gelang ihnen auch ein Großaufgriff beim Zollamt Flughafen Wien mit über 423 Kilogramm hochwertigen, vermutlich gestohlenen Dopingpräparaten im Wert von mehr als 23.000 Euro. Die Pakete waren fälschlicherweise als Elektroschalter deklariert. Internationale Rechtshilfeersuchen wurden eingeleitet und die kriminelle Organisation bei der Staatsanwaltschaft Korneuburg angezeigt. Hier ist von weiteren Erfolgen auszugehen.

Bundesminister Herbert Kickl begrüßt die vernetzte Arbeit der Behörden: "Dieses globale Phänomen erfordert einen Schulterschluss nationaler und internationaler Partner. Die Operation Pangea gibt uns dafür die notwendige Arbeitsgrundlage. Die nationalen wie internationalen Ergebnisse sprechen hier für sich. Daher möchte ich mich bei allen Beteiligten für die großartige Arbeit bedanken."

Österreichweit konnte der Zoll zudem 6.680 Stück und 1.815 Packungen Tabletten aus dem Verkehr ziehen. Der Großteil der vom Zoll aufgegriffenen Arzneiwaren stammt aus Indien. Traurige Spitzenreiter dabei sind nach wie vor Potenzmittel sowie fruchtbarkeitsfördernde Produkte. Wie bereits im Vorjahr gab es aber auch zahlreiche Sicherstellungen von Medikamenten zur Schmerztherapie, die auf illegale Weise erlangt und missbräuchlich als Drogen konsumiert werden. Diese synthetischen Opioide können in kleinsten zugeführten Mengen bereits tödlich sein.

Finanzminister Hartwig Löger ist vom Erfolg der koordinierten Einsatzwoche überzeugt und hält fest: "Im Sinne der eigenen Gesundheit sollte niemand Arzneimittel aus unbekannten oder zweifelhaften Quellen beziehen. Mit ihrer täglichen Arbeit helfen die Zöllnerinnen und Zöllner dabei, die Bevölkerung vor Schaden zu bewahren und die Gesundheit der Konsumentinnen und Konsumenten zu schützen!"

International
Weltweit waren an der Operation 90 Länder mit 193 Organisationen beteiligt und von Interpol koordiniert. Es wurden 859 Verhaftungen in 116 Ländern durchgeführt und Pakete im Wert von 14 US-Dollar sichergestellt. Weiters wurden 3.671 Webseiten geschlossen auf denen illegale Arzneimittel angeboten worden sind.

Artikel Nr: 16347 vom Dienstag, 23. Oktober 2018, 15:07 Uhr
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