Aktuelles

Kriminalstatistik - Nehammer: 2020 wird "mit nichts vergleichbar"

Wegen der Corona-Maßnahmen habe es bisher weniger Einbrüche, aber mehr Internetdelikte gegeben, sagte Innenminister Karl Nehammer bei der Präsentation der Kriminalstatistik 2019 am 8. Mai 2020 in Wien.

"Für die Polizei wird 2020 "in der Nachfolgebetrachtung ein außergewöhnliches Jahr sein und mit nichts vergleichbar". Das sagte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) bei der Präsentation der Kriminalstatistik 2019 am Freitag. Das Coronavirus habe die kommende Kriminalstatistik "schon jetzt durcheinandergewirbelt". Einbruchsdelikte seien radikal nach unten gegangen, dafür Internetdelikte gestiegen.

Erpressungs-Mails, die Verbreitung von Schadsoftware und auch der Drogenhandel hätten massiv zugenommen im Internet in Coronavirus-Zeiten, erläuterte Nehammer. Bei der befürchteten Zunahme der häuslichen Gewalt während der Ausgangsbeschränkungen seien die "Zahlen tatsächlich in ganz geringem Maße gestiegen". Ob die Zahlen die Realität abbilden, ist jedoch unklar.

Der Innenminister warnte nämlich, dass diese Form der Gewalt nur dann bekämpft werden könne, "wenn die Polizei davon Kenntnis erlangt, wenn die Straftat angezeigt wird". Am meisten von Bedeutung sei dabei, dass die Kommunikationsfähigkeit des Opfers nach außen vom Täter nicht durchbrochen wird, sagte der Direktor des Bundeskriminalamts, Franz Lang. Die Betroffenen müssten ihre Internet- und Telefonkontakte nützen.

Die Informationskampagne gemeinsam mit dem Frauenministerium zu dem Thema wird fortgesetzt. Auch die Täterarbeit werde weiter aufgebaut und "viel Subvention hineingesteckt", sagte Lang. Nehammer betonte, Betretungs- und Annäherungsverbote lassen zu, "dass die Polizei rasch handeln kann". Im April wurden davon bereits 1.065 verhängt, nach 969 im März und vor Beginn der Coronakrise 879 im Februar sowie 936 im Jänner. Die Entwicklung werde "genau beobachtet von Anfang an", hob Lang hervor.

Bei der Polizei könnten die Urlaubsbeschränkungen "stetig gelockert" werden, erläuterte Nehammer. Die Arbeit sei aber "sehr fordernd" und insgesamt weiterhin täglich rund 10.000 Beamte im 24-Stunden-Betrieb im Einsatz.

Die Präsentation der Zahlen von 2019 sei noch die Kriminalstatistik seiner Amtsvorgänger Herbert Kickl (FPÖ) und Wolfgang Peschorn, betonte der Innenminister. Diese werde jedoch aufgrund der durch SARS-CoV-2 verfälschten heurigen Zahlen seine "Benchmark sein" für die Kriminalstatistik 2021.

Links:

Wegen der Corona-Maßnahmen habe es bisher weniger Einbrüche, aber mehr Internetdelikte gegeben, sagt Innenminister Karl Nehammer.
Foto: ©  Jürgen Makowecz

Artikel Nr: 17867 vom Freitag, 8. Mai 2020, 15:39 Uhr
Reaktionen bitte an die Redaktion

Share Facebook
Share Twitter

Zurück

 
Keine Termine gespeichert