Kriminalitätsbekämpfung

Europaweiter Schlag gegen Arbeitsausbeutung

715 Opfer von Arbeitsausbeutung wurden im Rahmen der "Joint Action Days – Trafficking in Human Beings" (JAD THB) identifiziert und 210 Verdächtige festgenommen. 416 Personenkontrollen und neun Festnahmen sind die Bilanz in Österreich.

Die "Joint Action Days" mit Schwerpunkt "Arbeitsausbeutung" fanden europaweit vom 14. bis 20. September 2020 statt. Allein in Österreich waren für den Schwerpunkt 128 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz. Spezialermittlerinnen und -ermittler der Landeskriminalämter leiteten die Maßnahmen in den jeweiligen Bundesländern. Österreichweit wurden bei 416 Personen 45 Fahrzeugs- und 89 Geschäfts- beziehungsweise Lokalkontrollen neun Verdächtige wegen Menschenhandels festgenommen und neun Opfer identifiziert. 396 Dokumente wurden auf Gültigkeit und Echtheit überprüft und 21 Mobiltelefonie ausgelesen. Die neun Opfer der Arbeitsausbeutung in Österreich stammen aus Serbien, China und der Türkei.

715 Menschenhändler gesamt festgenommen
Im Rahmen der gesamten Aktion, an der 19 Staaten und europäische sowie internationale Polizei- und Sicherheitsorganisationen teilnahmen, wurden 33.741 Personen, 2.921 Geschäftsörtlichkeiten und 12.193 Fahrzeuge überprüft. Die europaweiten Kontrollen fanden in den unterschiedlichsten Produktions- und Dienstleistungssektoren statt. Die eingesetzten Bediensteten kontrollierten Nagelstudios, Transport-, Logistik- und Bauunternehmen ebenso wie Bauernhöfe und Weinberge. Allein bei den 224 kontrollierten Agrarbetriebe wurden 180 mögliche Opfer und 17 Verdächtige identifiziert.

Einsatzzentrum "Joint Operational Office"
Bei der Schwerpunktaktion fungierte das "Joint Operational Office" (JOO) des Bundeskriminalamts in Wien als operatives Einsatzzentrum für Österreich. Das JOO ist Teil des Büros zur Bekämpfung des Menschenhandels und der Schlepperei des Bundeskriminalamts und wurde am 4. Mai 2016 in Wien eröffnet. Es ist das operative Bindeglied zum "European Migrant Smuggling Center" (EMSC) von Europol – im Rahmen der "European Multidisciplinary Platform Against Criminal Threats" (EMPACT-Illegal Immigration).

Artikel Nr: 18158 vom Montag, 5. Oktober 2020, 12:12 Uhr
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