Kriminalitätsbekämpfung

Ermittlungserfolg gegen den organisierten Menschenhandel

Seit 2016 ermittelt die österreichische Polizei gegen eine kriminelle Vereinigung, die junge Frauen in Venezuela und Kolumbien unter der Vortäuschung falscher Tatsachen rekrutiert und anschließend in Österreich der Prostitution zugeführt hat. Im Juni 2018 konnten fünf Beschuldigte festgenommen und 15 Opfer befreit werden.

Die Beschuldigten wird zur Last gelegt, bereits seit Ende 2016 junge Frauen in Venezuela, vorwiegend in Diskotheken, aber auch im Internet rekrutiert zu haben, indem sie ihnen vortäuschten, dass sie in Österreich viel Geld verdienen und ein gutes Leben führen könnten. Die Frauen sind mit dem Flugzeug und in Begleitung von Mitgliedern der Tätergruppe nach Österreich, umgehend nach ihrer Ankunft in mehrere in Wien angemietete Wohnungen verbracht und noch am selben Tag der Prostitution zugeführt worden. Unter massiver Androhung von Gefahr gegen Leib und Leben seien die Opfer gefügig gemacht und entsprechend eingeschüchtert worden.

Im März 2018 gelang einem der Opfer die Flucht aus der Gewalt der Beschuldigten. Sie erstattete umgehend Anzeige bei der Polizei. Beamte des Landeskriminalamtes Niederösterreich und des Bundeskriminalamtes nahmen umgehend die Ermittlungen auf. Es gelang ihnen, die Beschuldigten namentlich auszuforschen und die Standorte der angemieteten Wohnungen festzustellen.

Aufgrund schriftlicher Festnahme- und Hausdurchsuchungsanordnungen durch die Staatsanwaltschaft Wien konnten am 7. Juni 2018 die fünf Hauptbeschuldigten an ihren Wohnadressen im Bezirk Mödling vom Einsatzkommando Cobra festgenommen werden. Gleichzeitig konnten insgesamt 13 Opfer aus Venezuela und Kolumbien in Wien und Niederösterreich befreit werden. Bei den Hausdurchsuchungen konnten ein mittlerer fünfstelliger Eurobetrag sowie hohe Geldbeträge in Fremdwährungen und eine geringe Menge an Suchtgift sichergestellt werden.

Noch während die Beamten an den jeweiligen Einsatzorten tätig waren, konnten zwei weitere Opfer, die gerade aus Kolumbien am Flughafen Wien Schwechat angekommen waren, in Sicherheit gebracht werden.

An der Operation beteiligten sich auch zwei Polizeibeamte der spanischen Zentralstelle für Menschenhandel aus Madrid sowie der Attaché der Abteilung Internationale Koordinierung der spanischen Policía Nacional in Österreich. Diese bilaterale Zusammenarbeit war maßgeblich für den Erfolg.

Bei den Beschuldigten handelt es sich um zwei Frauen und drei Männer im Alter von 21 bis 33 Jahren mit venezolanischer und teilweise doppelter – auch spanischer Staatsbürgerschaft.

Die Beschuldigten zeigten sich bei den Vernehmungen teilweise geständig und wurden anschließend über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien in die Justizanstalt Wien-Josefstadt eingeliefert. Die Opfer sind aktuell in Sicherheit und werden betreut.

Ersuchen um Lichtbildveröffentlichung
Die Landespolizeidirektion Niederösterreich ersucht auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien um die Veröffentlichung der Lichtbilder von vier inhaftierten Beschuldigten, da aufgrund der bisherigen Ermittlungen davon ausgegangen werden kann, dass es noch weitere Opfer gibt. Hinweise nimmt das Landeskriminalamt Niederösterreich, Ermittlungsbereich Menschenhandel und Schlepperei, unter der Telefonnummer 059 133-303 333, entgegen.

Operation MARIPOSA
Foto: ©  LKA Niederösterreich

Artikel Nr: 15980 vom Mittwoch, 13. Juni 2018, 10:55 Uhr
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