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Gemeinsam gegen Online-Kindesmissbrauch

2019 wurde eine erneute Zunahme der Anzeigen wegen Online-Kindesmissbrauchs in Österreich festgestellt. Dieser Trend setzt sich 2020 fort. 468 Tatverdächtige konnten 2019 ausgeforscht werden. Die Polizei setzt Schwerpunkte.

(Wien, 8. September 2020) Bereits seit einigen Jahren wird ein deutlicher Anstieg an Online-Kindesmissbrauch verzeichnet. Waren es 2017 noch 733 Anzeigen aufgrund pornografischer Darstellungen Minderjähriger, wurden 2018 bereits 1.161 und 2019 1.666 Fälle registriert, was eine Steigerung von 43,5 Prozent innerhalb eines Jahres entspricht. Trotz des Anstiegs der angezeigten Straftaten konnte die Aufklärungsquote zuletzt sogar leicht verbessert werden.

Kontrolle auf Sozialen Medien
Soziale Medien spielen eine entscheidende Rolle in der Verbreitung kinderpornografischen Materials. Amerikanische und kanadische Internet Anbieter und Service Provider, wie Facebook, Microsoft, Yahoo oder Google scannen permanent und mit modernster Filtertechnologien die über ihre Dienste verbreiteten Daten nach Missbrauchsabbildungen. Die festgestellten Dateien werden gelöscht und die verfügbaren Informationen an das National Center for Missing and Exploited Children (kurz: NCMEC) übermittelt. NCMEC fungiert als Schnittstelle zu den nationalen Strafverfolgungsbehörden und leitet die Verdachtsanzeigen auf Basis der IP-Adresse (Adresse, von der aus der Upload des strafrechtlich relevanten Materials stattgefunden hat) an die jeweils zuständige polizeiliche Zentralstelle des Landes weiter.

Ansprechstelle "Bundeskriminalamt"
Im Bundeskriminalamt ist ein eigenes Referat für Sexualstraftaten und Kinderpornografie zuständig.
Das Referat versteht sich als zentrale Ansprechstelle und steht im engen Kontakt mit den Landeskriminalämtern, den Internet Service Providern (ISP) und Nichtregierungsorganisationen, wie NCMEC. Die Kooperation zeigt Wirkung. So konnten auf Grund der Verdachtsmeldungen aus den USA und Kanada im Jahr 2019 österreichweit 468 Verdächtige ausforschen werden.
Dank der ausgezeichneten Zusammenarbeit des Bundeskriminalamtes mit allen Stakeholdern im Kampf gegen Kindesmissbrauch Online konnte insgesamt - trotz der Zunahme an angezeigten Delikten - die Aufklärungsquote sogar leicht verbessert werden.

Im Referat für Sexualstraftaten und Kinderpornografie ist zudem eine Meldestelle eingegliedert. Wenn Sie Inhalte mit Online-Kindesmissbrauch entdecken oder zugeschickt bekommen sowie auf einer Webseite Sextourismus angeboten wird, melden Sie diese unter der Telefonnummer +43-(0)1-24836-951310 oder unter der E-Mail-Adresse meldestelle@interpol.at.

Kooperationen und Ausbildung
Online-Kindesmissbrauch ist ein global auftretendes Delikt, das nur durch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten bekämpft werden kann. Im Zuge dessen steht das BK im ständigen Austausch mit dem European Cybercrime Centre (EC3) bei Europol sowie mit Interpol und den nationalen Strafverfolgungsbehörden. Damit Polizistinnen und Polizisten in diesem Bereich sensibilisiert werden, werden im Rahmen der Polizeigrundausbildung die Themen sexueller Missbrauch und Kindesmisshandlung behandelt. Besonderes Augenmerk wird hier auf die Verdachtsgewinnung und Beweismittelsicherung gelegt. In einem weiterführenden Ausbildungsmodul wird den Polizistinnen und Polizisten darüber hinaus der Perspektivenwechsel "Aus der Sicht eines Kindes" inklusive entsprechender Sensibilisierung nähergebracht.

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Artikel Nr: 18085 vom Dienstag, 8. September 2020, 08:38 Uhr
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