Kriminalitätsbekämpfung

SOKO Kfz: eine burgenländische Erfolgsgeschichte

Die SOKO Kfz feierte 2019 nicht nur ihr zehnjähriges Bestehen, sie führte in diesem Jahr auch zahlreiche erfolgreiche Amtshandlungen. So gelang es den Ermittlern 46 Tatverdächtige auszuforschen und 134 Kfz-Diebstähle zu klären. Die Ermittler stellten zudem 32 gestohlene Fahrzeuge im Wert von 979.000 Euro sicher.

Die am 1. Oktober 2009 gegründete SOKO Kfz des Bundeskriminalamtes (BK) ist örtlich beim Landeskriminalamt Burgenland in Eisenstadt angesiedelt. Die Hauptaufgabe des derzeit neunköpfigen Ermittler-Teams ist das Ausforschen von Autodieben mit nationalem und internationalem Bezug. Besonderes Augenmerk wird aber nicht nur auf die Festnahme der Verdächtigen, sondern auch auf die Zerschlagung von ganzen Täterstrukturen gelegt.

Die Beamten der SOKO Kfz führen eine Analysedatei zu Kfz-Diebstählen in Österreich und administrieren die Europäische Fahrzeug-Identifizierungs-Datei (EuFID). Sie unterstützen im Rahmen des Polizeikooperationsgesetzes ausländische Dienststellen bei der Überprüfung von verdächtigen Fahrzeugen, insbesondere in den Ländern Slowakei, Ungarn und Slowenien. Dabei konnte die Identität mehrerer in Österreich und in der Slowakei gestohlener Fahrzeuge festgestellt und diese durch die örtliche Polizei sichergestellt werden.

Die Zuständigkeit der SOKO Kfz erstreckt sich grundsätzlich auf Wien, Niederösterreich, Burgenland und die Steiermark. Das Team macht jedoch im Rahmen ihrer Ermittlungen weder vor Länder- noch Staatsgrenzen halt. "Autodiebe sind in der Regel bandenmäßig und arbeitsteilig organisiert und meist grenzüberschreitend tätig. Das verlangt auch eine internationale Bekämpfung dieser Kriminalität. Die Beamten der SOKO sind Spezialisten bei der Identifizierung von Fahrzeugen, sie führen umfangreiche, komplexe Amtshandlungen und werden bei ausländischen Sicherheitsbehörden als sehr kompetente Partner geschätzt. Darauf sind wir stolz.", erklärt der operative Leiter SOKO Kfz, Chefinspektor Andreas Kummer. Neben ihrer Ermittlungstätigkeit geben die Beamten der SOKO Kfz Ihr Know-how in Schulungen innerhalb Österreichs aber auch bei Interpol-Vorträgen an Polizistinnen und Polizisten weiter und sind darüber hinaus Mitglieder von Ermittlungsteams bei Europol, Interpol und Frontex.

Erfolge im Jahr 2019
Bei Mitfahndungsersuchen diverser Polizeidienststellen aus ganz Österreich, beispielsweise nach Verkehrsunfällen mit Fahrerflucht, Tankbetrügereien oder sonstigen Delikte oder Fahndungen bei denen Fahrzeuge involviert sind, unterstützten die Beamten der SOKO Kfz und identifizierten die Fahrzeuge und gegebenenfalls auch die Tatverdächtigen.

Nach einem Hinweis im Februar 2019 auf den Verkauf gestohlener Fahrzeuggetriebe über dein bekanntes Verkaufs-Portal, leitete die SOKO Kfz Ermittlungen ein, die zu einer Lagerhalle in Wien führten. In der Halle lagerten rund 600 großteils gestohlene Getriebe. Bei den Ermittlungen wurden vier Tatverdächtige, eine Werkstatt in Österreich und zwei weitere Lagerhallen in Polen ausgeforscht. Zwei Personen wurden festgenommen.

Die Beamten forschten im März mehrere Tatverdächtige aus, nachdem bei der Opel Bank versucht wurde mit gefälschten Melde- und Lohnbestätigungen einen Leasingvertrag zu erlangen. Bei den Erhebungen stellten die Ermittler fest, dass auch in Oberösterreich und der Steiermark auf diese Weise Leasingfahrzeuge betrügerisch erlangt und dann weiter ins Ausland verkauft wurden. Zudem verursachten die Tatverdächtigen auch Verkehrsunfälle in betrügerischer Absicht. Die Ermittler nahmen zwei Personen fest.
Die Ermittler klärten 2019 eine Diebstahlserie von Ford-Fahrzeugen in Park & Ride Anlagen in Niederösterreich und nahmen zwei Tatverdächtige fest.

Im Rahmen der Unterstützung slowakischer Ermittler bei mehreren Hausdurchsuchungen im Juni 2019, konnten mit Hilfe eines Abgleichs im FADA, das ist der Fahrzeugdatenbestand der deutschen Hersteller, 23 gestohlene Fahrzeuge zugeordnet werden.

Nach Beginn einer Serie von Mercedes-Sprinter-Diebstählen in Wien ergaben die Erhebungen, dass die Fahrzeuge über den Grenzübergang Nickelsdorf nach Ungarn verschoben wurden. Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen aus Ungarn, Serbien und Bulgarien forschten die Ermittler drei Tatverdächtige samt den von ihnen verwendeten Fahrzeugen sowie eine Bezugsperson in Wien aus. Vier Beschuldigte wurden schließlich im Juni auf frischer Tat betreten und zwölf Mercedes-Sprinter-Diebstähle geklärt.
In Wien stellten Ermittler im November 2019 ein in Italien veruntreutes Fahrzeug sicher. Sie bemerkten, dass es sich dabei um eines von 13 Leasingfahrzeugen handelte, die mittels gestohlener italienischer Personalausweise bei verschiedenen Leasingbanken finanziert und anschließend unterschlagen wurden. Die beiden Haupttäter wurden ausgeforscht, die Schadenssumme betrug rund 600.000 Euro. Sieben Fahrzeuge im Wert von 270.000 Euro konnten bisher sichergestellt werden.

Artikel Nr: 17640 vom Freitag, 24. Jänner 2020, 14:25 Uhr
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