Prävention

Tipps für Selbstbehauptung und Selbstschutz

Weltweit wird am Internationalen Tag der Frau am 8. März durch zahlreiche Initiativen auf die Rechte der Frauen hingewiesen. Die Spezialisten der Kriminalprävention nehmen den Tag zum Anlass, um Frauen über Selbstbehauptung und Möglichkeiten des Schutzschutzes zu informieren.

Laut Weltgesundheitsorganisation ist Gewalt in der Privatsphäre eines der weltweit größten Gesundheitsrisiken für Frauen. Wenn die Polizei eingebunden wird, hat das Opfer meist schon eine Leidensgeschichte hinter sich. Gerade hier besteht für die gesamte Gesellschaft eine große Verantwortung aber auch die Chance, Verletzungen durch Gewalt in der Familie oder im sozialen Nahbereich zu erkennen und entsprechend zu reagieren, um somit weitere Gewalt möglichst verhindern zu können.

Hilfe bei Gewalt in der Privatsphäre

Oberste Prämisse ist, dass es keine Rechtfertigung für Gewalt gibt: Die Verantwortung der Tat liegt alleine beim Täter und niemals beim Opfer. In Österreich gibt es ein bundesweites Netz an Interventionsstellen und Gewaltschutzzentren, die weiterhelfen. Bei Gewalttätigkeiten im häuslichen Bereich kann die Polizei ein Betretungsverbot aussprechen. Seit 1. September 2013 kann der Schutzbereich eines Betretungsverbotes zusätzlich die Schule, den Kindergarten oder Hort umfassen, wenn es sich bei der gefährdeten Person um ein minderjähriges Kind handelt. Sollte nach Ablauf der Frist von zwei Wochen noch weiterer Schutz erforderlich sein, kann am Bezirksgericht des Wohnortes eine Einstweilige Verfügung vom Opfer beantragt werden. Mit dieser kann dem Opfer vor allem der weitere Verbleib in der vertrauten Wohnung durch ein Kontaktverbot für den Täter ermöglicht werden. Die Verfügung kann im Bedarfsfall für Arbeitsplatz, Schule, etc. ausgeweitet werden. Sollte es zu einer Gerichtsverhandlung kommen, steht dem Opfer psychosoziale und juristische Prozessbegleitung zu, die im Vorfeld und währenddessen Unterstützung bietet.

In der Polizei gibt es eigens geschulte Präventionsbeamtinnen und -beamte, die Sexualdeliktsprävention leisten und Frauen über Selbstbehauptung und Selbstschutz informieren. Zusätzlich präsentiert die Arbeitsgruppe "GEMEINSAM.SICHER mit Frauen" Ergebnisse einer Umfrage zum Sicherheitsgefühl und geplante Maßnahmen zur Steigerung des Sicherheitsgefühls von Mädchen und Frauen. Ein selbstbewusstes Auftreten, eine aufrechte Haltung und eine klare, entschlossene Sprache können helfen, Täter abzuschrecken.

Selbstverteidigung und Selbstschutz

Jede Person hat das Recht auf den Schutz der körperlichen Integrität und der persönlichen Grenzen. Meist helfen einfache situationsbedingte Präventionsmaßnahmen, um Gefahren vermeiden zu können. In gefährlichen Situationen ist Flucht immer das adäquateste Mittel für eine Selbstverteidigung. Ist eine Flucht nicht mehr möglich, dann müssen richtige Abwehrmaßnahmen gesetzt werden: Wichtig ist es die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Durch heftiges und plötzliches Wehren sind Täter oftmals überrascht und rechnen nicht mit Gegenwehr.

Tipps für Frauen:

• Lernen Sie wichtige Telefonnummern und Notrufnummern auswendig! Das ist hilfreich, wenn Sie das eigene Handy nicht zur Verfügung haben.
• Denken und spielen Sie mögliche Situationen für sich selbst im Kopf durch. Das kann Ihnen in einer unsicheren Situation helfen. Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl!
• Seien Sie achtsam! Kopfhörer im Ohr verringern Ihre Aufmerksamkeit.
• Benützen Sie bei Dämmerung und in der Dunkelheit gut ausgeleuchtete Plätze und Straßen, auch wenn dies einen Umweg bedeutet.
• Wenn Sie sich unwohl fühlen, vergrößern Sie bereits bei den ersten Anzeichen die Distanz zum möglichen Gefährder! Verlassen Sie die Örtlichkeit. Wechseln Sie die Straßenseite oder wählen Sie einen anderen Weg.
• Seien Sie im Notfall laut und machen Sie Lärm. Rufen Sie mit fester und lauter Stimme "NEIN", "HALT", "STOPP"!
• Bewahren Sie Ruhe und versuchen Sie gleichmäßig und bewusst zu atmen! Suchen Sie Hilfe bei anderen Personen! Sprechen Sie diese konkret an, wie zum Beispiel: "Sie im roten Hemd, rufen Sie bitte die Polizei."

Links:

Dokumente:

Artikel Nr: 15645 vom Mittwoch, 7. März 2018, 10:00 Uhr
Reaktionen bitte an die Redaktion

Zurück

Samstag, 26. Mai 2018
Wien

Samstag, 26. Mai 2018
Oberösterreich

Mittwoch, 30. Mai 2018
Burgenland

Mittwoch, 30. Mai 2018
Tirol

Mittwoch, 30. Mai 2018
Oberösterreich

zu den Terminen