Kriminalitätsbekämpfung

Europaweite Schwerpunktaktion gegen Arbeitsausbeutung

Vom 15. bis 21. Juni 2022 fanden die Joint Action Days zur Bekämpfung des Menschenhandels zur Arbeitsausbeutung statt. In Österreich wurden acht mögliche Opfer identifiziert und drei Verdächtige ausgeforscht.

Arbeitsausbeutung und Zwangsarbeit sind Formen des Menschenhandels. Betroffen sind meist Branchen, in denen Personen mit niedrigen Qualifikationen arbeiten, wie etwa im Bau- oder Gastgewerbe. Kriminelle nutzen nicht nur die mangelnde Ausbildung ihrer Opfer, sondern auch die immer schlechter werdende humanitäre Situation in der Ukraine, die viele Flüchtende auch in finanzielle Notsituationen brachte beziehungsweise bringt, für ihre Profite.

Schwerpunktaktionen
Zwischen 15. und 21. Juni 2022 wurden im Rahmen von EMPACT (European Multidisciplinary Platform Against Criminal Threats) europaweit Schwerpunktaktion zur Bekämpfung des Menschenhandels zum Zwecke der Arbeitsausbeutung durchgeführt. Ziel dieser Joint Action Days ist die frühestmögliche Erkennung in der Ausbeutung von Arbeitskräften insbesondere auf die Identifizierung möglicher Betroffener des Menschenhandels aus der Ukraine. Der Fokus der Kontrollmaßnahmen liegt auf der Erkennung neuer Trends und Modi Operandi, die mit der Flucht ukrainischer Frauen und Kinder in Verbindung stehen. Weitere Schwerpunkte stellen das Erkennen von Zwangsarbeit oder Arbeitsausbeutung, die Opferbetreuung beziehungsweise der Opferschutz sowie die Zerschlagung international agierender krimineller Organisationen und die Feststellung gefälschter Dokumente dar.

59 Festnahmen
Insgesamt nahmen 29 Länder an der von Europol koordinierten Aktion teil. Dabei wurden 59 Personen festgenommen und 487 mögliche Opfer von Menschenhandel identifiziert. Insgesamt kontrollierten fast 18.500 Beamtinnen und Beamte mehr als 10.467 Örtlichkeiten und 32.525 Kraftfahrzeuge sowie mehr als 86.000 Personen.

Bilanz Österreich
In Österreich wurden die Maßnahmen vom Bundeskriminalamt in Kooperation mit den Landeskriminalämtern und den nachgeordneten regionalen Dienststellen sowie mit Unterstützung der Finanzpolizei und den Arbeitsinspektoraten umgesetzt. 127 Beamtinnen und Beamte waren in diesem Zeitraum im Einsatz und führten 403 Personen-, 68 Lokal- und zwölf Fahrzeugkontrollen durch. Insgesamt konnten acht Opfer von Menschenhandel identifiziert und drei Verdächtige festgenommen werden. Die Ermittlungen werden fortgesetzt.

Teilnehmende Länder
Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Zypern, Norwegen, Schweiz, Ukraine und das Vereinigte Königreich.

Artikel Nr: 19804 vom Donnerstag, 14. Juli 2022, 10:00 Uhr
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