Betrug

Betrügerische Anrufe, SMS und Bestellbetrügereien

Seit Jahresbeginn sind betrügerische Anrufe und Mitteilungen mit gefährlichen Links angestiegen. Ermittlerinnen und Ermittler des Bundeskriminalamts konnten Zahlungen an Kriminelle, die sich als Polizistinnen und Polizisten ausgaben, sichern und rückbuchen. Die Gefahr, dass das bezahlte Geld verloren ist, ist jedoch hoch. Daher rät die Polizei, sehr achtsam bei der Weitergabe von Daten und Überweisungen zu sein.

Derzeit erhalten immer mehr Menschen Anrufe und E-Mails von Kriminellen, die sich als Polizistinnen und Polizisten ausgeben. Mitunter werden Call-Bots eingesetzt und sie täuschen Sachverhalte vor, um ihre Opfer zu Zahlungen zu veranlassen. Die Anrufe und E-Mails stammen nicht von der Polizei, es handelt sich um Fälschungen.

Polizeilicher Erfolg

Ermittlerinnen und Ermittler des Bundeskriminalamts konnten nun einige Zahlungen, die von den Opfern bereits getätigt worden waren, sichern. Rund 110.000 Euro von etwa 387.000 Euro Gesamtschadenssumme konnten rückgebucht werden. Das ist kriminalpolizeilich ein sehr erfreulicher Erfolg. Der beste Schutz vor Betrügereien ist jedoch, das eigene Konto und die eigenen Daten bestmöglich zu sichern. Dafür ist es wichtig zu wissen, welche Betrugsarten gerade häufig vorkommen und wie man diesen am besten entgeht.


Welche neuen Betrugsmaschen gibt es?


Tochter-Sohn Trick (Hallo Mama, das ist meine neue Telefonnummer)

Den Opfern wird über die App "WhatsApp" eine Nachricht gesandt. Die Betrügerinnen und Betrüger geben sich als Kind der Empfängerinnen und Empfänger aus und teilen mit, dass sie eine neue Telefonnummer haben. Das alte Mobiltelefon sei verloren oder sei durch einen Wasserschaden unbrauchbar geworden. Da am neuen Telefon die Banking App noch nicht funktioniere und deshalb eine dringende Zahlung nicht durchgeführt werden könne, wird um Aushilfe gebeten. Die Opfer mögen einen meist vierstelligen Betrag an eine gewisse Empfängerin oder gewissen Empfänger überweisen, das Geld würde so bald als möglich zurückgezahlt. Diese Empfängerinnen und Empfänger sind zumeist Money Mules im europäischen Ausland.

Bezahldiensttrick

Vorsicht ist auch bei Verkäufen auf Kleinanzeigenplattformen geboten. Betrügerinnen und Betrüger täuschen Kaufinteresse vor. Sie geben an, dass die Bezahlung für eine Ware erfolgt sei, zum Erhalt der Zahlung müsse ein Link angeklickt werden. Das Opfer gibt sämtliche Bezahldetails wie Betrag, Bankkonto, Kreditkarte und Verfügernummern an. Das Ergebnis ist jedoch, dass keine Bezahlung an das Opfer erfolgt ist, sondern, dass über den Link eine oder wiederholte Zahlungen an die Täter autorisiert wurden.

Transportdienst Trick

Ebenfalls kursiert auf diesen Kleinanzeigenplattformen derzeit ein weiterer Trick. Die Betrügerinnen und Betrüger nehmen Kontakt auf und geben an, an der vom Opfer angebotenen Ware interessiert zu sein. Aufgrund des derzeitigen Aufenthaltsortes der vermeintlichen Käuferin beziehungsweise des vermeintlichen Käufers, der zumeist angeblich im Ausland weilt, kann die Ware jedoch nicht persönlich abgeholt werden. Die angebliche Käuferin oder der angebliche Käufer macht jedoch den Vorschlag, die Ware mit einem Shipping-Dienst (Transportdienst) abholen zu lassen. Den Kaufpreis hätte dieser Transportdienst in bar dabei, um diesen bei Abholung zu übergeben. Im Verlauf dieses angeblichen Kaufes erhält das Opfer vom angeblichen Transportdienst die Aufforderung per Link, eine Versicherung abzuschließen und die Kosten vorerst auszulegen. Bei der Abholung der Ware würden dann auch die Kosten für diese Versicherung von der Käuferin oder vom Käufer übernommen und somit bezahlt werden. Bei dieser Betrugsform bestätigen gutgläubige Opfer tatsächlich Zahlungen an den Täter, ohne dass dieser je die Ware abholen lässt.

Präventionstipps

Bleiben Sie unbekannten Personen gegenüber misstrauisch:
• Wenn Sie etwas verkaufen, müssen Sie keine Bezahldetails von sich angeben!
• Wenn Sie ein Familienmitglied unter einer neuen Telefonnummer mit Forderungen nach Geld an Sie wendet, überprüfen Sie die alte Rufnummer oder andere Kontakte!
• Bedenken Sie: Wenn Sie etwas verkaufen, fallen keine Kosten für Versicherung oder Ähnliches an!
• Bestätigen Sie keine Autorisierungsnachrichten (Push-Nachrichten) Ihres Bank-Anbieters, wenn Sie etwas verkaufen!
• Nutzen und überprüfen Sie die von den Kleinanzeigenplattformen empfohlenen Bezahldienste und keine unbekannten Links, deren Herkunft nicht zweifelsfrei feststeht!
• Machen Sie sich mit den auf Kleinanzeigenplattformen angebotenen Bezahldiensten vertraut!
• Ist ein Schaden entstanden, verständigen Sie sofort Ihr Banküberweisungsinstitut oder Ihren Kreditkartenanbieter und ersuchen Sie um Rückbuchung. Erstatten Sie Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle!
• Bedenken Sie: Die sicherste Bezahlform ist die persönliche Übergabe vor Ort!

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Artikel Nr: 19383 vom Dienstag, 1. Februar 2022, 09:36 Uhr
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