Kriminalitätsbekämpfung

Kriminalität in Österreich zeigt sich 2018 rückgängig

Die vorläufig erhobenen Anzeigen im 1. Halbjahr 2018 sind im Vergleich zu den Monaten Jänner bis Juni 2017 deutlich zurückgegangen. Der Wohnraumeinbruch, die Kfz-Diebstähle und die Gewalt- und Wirtschaftsdelikte sind gesunken. Gestiegen ist erneut die Internetkriminalität. Sie bleibt weiterhin die größte Herausforderung. Das zeigen die vorläufigen Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für Österreich.

Von Jänner bis Juni 2018 bearbeitete die Polizei in Österreich insgesamt 228.887 Anzeigen. Das bedeutet einen Rückgang zu den Vorjahresmonaten 2017 von 10 Prozent bzw. ein Minus von 25.356 absoluten Anzeigenzahlen. Von Jänner bis Juni 2018 wurde somit der niedrigste Anzeigenwert der letzten zehn Halbjahre erreicht (1. Halbjahr 2017: 254.243 Anzeigen). Die Aufklärungsquote ist nach derzeitigem Stand leicht rückläufig und betrug 48,8 Prozent (1. Hj 2017: 49,7 Prozent).

"Diese Zahlen verdeutlichen, dass unser eingeschlagener Weg der richtige ist. Wir werden unsere strategischen und operativen Pläne weiterhin konsequent verfolgen und gegen die Entwicklungen in den Bereichen Terrorismus, Organisierte Kriminalität, hier insbesondere die Schlepperei und Internetkriminalität vorgehen", so Innenminister Herbert Kickl.

Einbruch, Kfz-Diebstähle sowie Gewalt- und Wirtschaftsdelikte rückgängig
Der Trend, der sich bereits im zweiten Halbjahr 2017 abzeichnete, hat sich in den ersten sechs Monaten 2018 fortgesetzt: Die Einbrüche in Wohnungen und Wohnhäuser sind von 6.680 auf 5.808 Anzeigen weiter gesunken. Der Diebstahl von Personenkraftwägen, Lastkraftwägen und Krafträder ist von Jänner bis Juni 2018 um über 14 Prozent auf den historisch tiefen Wert von 1.092 Anzeigen gesunken (1. Hj 2017: 1.275 Anzeigen). Nach einem Anstieg 2016 war die Zahl der Gewaltdelikte bereits 2017 rückläufig. 2018 hält dieser Trend an: Von Jänner bis Juni 2018 wurden 19.730 Delikte bei der Polizei angezeigt, was einem Rückgang von 4,3 Prozent entspricht (1. Hj 2017: 20.621 Anzeigen). Die mit Abstand größte Anzeigengruppe der Wirtschaftsdelikte zeigt sich vorläufig ebenso rückgängig. (1. Hj 2017: 27.085; 1. Hj 2018: 26.522 Anzeigen).

Anstieg der Internetkriminalität
Erneut gestiegen ist 2018 die Internetkriminalität: in den ersten sechs Monaten wurden 8.501 Anzeigen von der Polizei abgearbeitet, 7.982 waren es im Vergleichszeitraum 2017. Verantwortlich für diesen Anstieg ist erneut der Internetbetrug, der von 5.637 auf 6.193 Anzeigen gestiegen ist. BK-Direktor General Franz Lang beschreibt die kriminalpolizeilichen Herausforderungen so: "In der analogen Welt der Kriminalitätsbekämpfung kennt die Polizei die Strategiezyklen und hat gute internationale Methoden, sodass neu auftretende Phänomene rasch und effizient wieder unter Kontrolle gebracht werden können. Diese Routine in der Cyberkriminalität haben Österreich, aber auch die Polizeikollegen weltweit noch nicht. Wir entwickeln neue Methoden, neue Techniken, aber auch neue Fähigkeiten, neue Phänomene in der digitalen Welt rechtzeitig zu identifizieren. Dazu muss Routine im weltweiten synchronen Vorgehen der Polizei aufgebaut werden. Das Darknet als globaler Markt für kriminelle Dienstleistungen ist weiterhin ein großes Thema."

Über die Tatverdächtigen
Bis Ende Juni 2018 konnte die Polizei insgesamt 135.520 Tatverdächtige ausforschen und anzeigen. Der Anteil der fremden Tatverdächtigen lag bei 40,8 Prozent (55.264 fremde tatverdächtige Personen). 2017 lag er bei 40,5 Prozent (54.262 fremde tatverdächtige Personen). 2018 befanden sich unter der Gruppe der fremden Tatverdächtigen unter anderem 15.139 Erwerbstätige, 9.730 Asylwerbende, 8.358 nicht Erwerbstätige mit österreichischer Sozialversicherung, 7.248 Touristinnen und Touristen und 5.809 nicht Erwerbstätige ohne österreichische Sozialversicherung. Zu den häufigsten Herkunftsländern der fremden Tatverdächtigen zählten bis Ende Juni 2018 Rumänien (5.435 fremde Tatverdächtige), Deutschland (5.347 fremde Tatverdächtige), Serbien (4.901 fremde Tatverdächtige), Türkei (3.725 fremde Tatverdächtige) und Afghanistan (3.641 fremde Tatverdächtige).

Kriminalitätsrückgang in den Bundesländern
In allen Bundesländern war bis Ende Juni 2018 ein Anzeigenrückgang zu verbuchen, prozentuell am höchsten war dieser im Burgenland (-15,3 Prozent) gefolgt von Wien (-14,7 Prozent) und der Steiermark (-11 Prozent).

Artikel Nr: 16130 vom Mittwoch, 8. August 2018, 07:00 Uhr
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