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Round Table zu Menschenhandel im Bundeskriminalamt

Am 9. September 2022 lud das Bundeskriminalamt (BK) Vertreterinnen und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen (NGO) zum Round Table Menschenhandel Ukraine. Die Vernetzung und der Wissenstransfer standen im Fokus.

Über sechs Monate dauert der Krieg in der Ukraine bereits an und zwang bereits Millionen Menschen zur Flucht. Die Zwangslage, in die die Vertriebenen geraten sind, versuchen Kriminelle auszunutzen und Profit aus ihrem Leid zu schlagen. So könnten insbesondere ukrainische Frauen und Kinder ins Visier der Menschenhändler kommen. Die Abteilung 8 Schlepperei, Menschenhandel und Sonderermittlungen lud daher Vertreterinnen und Vertreter zum Round Table Menschenhandel Ukraine ins BK, um sich zu vernetzen und über die aktuelle humanitäre Lage in der Ukraine zu sprechen sowie Präventionsmaßnahmen zu erörtern.

Menschenhandel
Durch die Globalisierung haben sich nicht nur Wirtschaft und Politik gut vernetzt, sondern auch Kriminelle, die sich mitunter Online-Infrastrukturen bedienen und so ihre Opfer nicht nur anwerben, sondern auch erpressen, nötigen oder auf einschlägigen Webseiten anpreisen. Die Ausbeutung kann sexueller Natur sein, aber auch als Arbeitskraft oder in der Bettelei erfolgen. Wenngleich es in Österreich bislang keinen konkreten Verdacht auf einen Fall von Menschenhandel von UkrainerInnen gibt, so muss die Möglichkeit der Ausbeutung ukrainischer Flüchtlinge kriminalpolizeilich erörtert und bedacht werden.

Round Table
Um gegen das Delikt Menschenhandel effizient vorgehen zu können und Präventionsmaßnahmen abstimmen zu können, wurden Vertreterinnen und Vertreter vom Österreichischen Integrationsfonds, dem Wiener Roten Kreuz, den Gewaltschutzzentren, IBF-LEFÖ, der Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen, dem Frauenministerium, der Diakonie, der Caritas, Train of Hope, des Fonds Soziales Wien, MEN.VIA, der Internationale Organisation für Migration, dem Österreichischer Gewerkschaftsbund, der Landeskammerarbeitertag, Zenrale österreichische Frauenhäuser sowie die Autonome Öösterreichische Frauenhäuser zum Round Table ins Bundeskriminalamt eingeladen. Nicht nur das gegenseitige Kennenlernen und die Vernetzung standen im Fokus, sondern auch das Zusammentragen von Fachwissen und das Sammeln von Vorschlägen für Präventionsmaßnahmen.

Opfer identifizieren
Opfer von Menschenhandel sind oftmals gehemmt ihre Peiniger bei der Polizei anzuzeigen, da sie fürchten, dass negative Konsequenzen für sie drohen oder sie ihren Aufenthaltstitel verlieren. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von NGOs, die mit Vertriebenen und Geflüchteten zusammenarbeiten, erhalten regelmäßig Schulungen, um Opfer von Menschenhandel zu erkennen und bestmöglich beraten und betreuen zu können. Um den Vertriebenen die Angst vor der österreichischen Polizei zu nehmen, ist die Angstdämpfung ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit.

Round Table Menschenhandel Ukraine
Foto: ©  BK/Halm

Artikel Nr: 19959 vom Montag, 12. September 2022, 12:28 Uhr
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