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Polizeiliche Anzeigenstatistik 2023: Mehr Internetdelikte als Körperverletzungen

Zahl der Anzeigen und aufgeklärten Straftaten um acht Prozent gestiegen – starker Rückgang bei Anzeigen gegen Schlepperei.

Im Jahr 2023 wurden 528.010 Anzeigen erstattet, was einer Steigerung gegenüber 2022 von acht Prozent oder 39.061 Anzeigen entspricht. Im gleichen Zeitraum stieg die Anzahl geklärter Anzeigen um 8,2 Prozent. Insgesamt wurden 276.043 Anzeigen aufgeklärt – das sind 20.867 Anzeigen mehr als im Vergleich zum Vorjahr.

Die fünf Haupt-Kriminalitätsfelder

Dabei handelt es sich um jene Bereiche, auf die der Großteil der Gesamtkriminalität zurückzuführen ist. Im Jahr 2023 unterteilen sich die Kategorien in Eigentumskriminalität (162.242 Delikte), Wirtschaftskriminalität (103.330 Delikte), Gewaltkriminalität (85.374 Delikte), Internetkriminalität (65.864 Delikte) und organisierte Kriminalität (40.333 Delikte). Die Gewaltdelikte machen etwa 16 Prozent aller Anzeigen aus. Der weitaus größere Teil entfällt auf Eigentumsdelikte, Wirtschaftsdelikte und Internetdelikte. So wurden im abgelaufenen Jahr etwas mehr als 40.000 Körperverletzungsdelikte angezeigt, jedoch fast 65.900 Internetdelikte.

Zusammensetzung der Tatverdächtigen

Eine starke Zunahme gab es auch bei der Identifizierung der Tatverdächtigen: 2023 wurden 329.991 Tatverdächtige von der Polizei ausgeforscht. Ein Plus gegenüber dem Vorjahr von rund zehn Prozent. 150.481 davon bzw. 17 Prozent mehr als 2022 (128.594) waren Personen ohne österreichische Staatsbürgerschaft. 45 Prozent der Tatverdächtigen waren somit keine österreichischen Staatsbürger.

Die Nationalitäten, gereiht nach der Anzahl der in der Anzeigenstatistik registrierten Tatverdächtigen:
Rumänien (17.990), Deutschland (14.727), Serbien (11.067), Syrien (9.156), Ungarn (9.073), Türkei (8.152), Slowakei (7.195), Afghanistan (5.923), Bosnien-Herzegowina (5.047), Kroatien (4.718).

Mehr Ausforschungen, neue Deliktsformen

Hauptverantwortlich für den Anstieg in der Anzeigestatistik 2023 sind die Eigentumskriminalität, Wirtschaftskriminalität und Internetkriminalität. Etwa 12,5 Prozent aller Delikte geschehen im Internet oder haben Bezug dazu – neben klassischen Wirtschaftsdelikten wie Betrug auch klassische Gewaltdelikte wie gefährliche Drohung oder Erpressung. Dazu kommen neue Kriminalitätsformen im Zusammenhang mit Bankomatkarten-Diebstahl (NFC-Kontaktlos). Ebenfalls zugenommen haben "klassische Delikte" wie Ladendiebstahl.

Halbierung der Schlepperkriminalität

Die verschiedenen Maßnahmen gegen die Schlepperkriminalität zeigen Wirkung. Hierbei ist vor allem der Einsatz von 130 österreichischen Polizisten in verschiedenen Staaten des Westbalkan und die Operation Fox auf ungarischem Staatsgebiet zu erwähnen. Mit 4.704 Anzeigen wegen Schlepperei konnte 2023 die Zahl im Vergleich zu 9.186 Anzeigen im Jahr 2022 beinahe halbiert werden. Dieser rückläufige Trend zeigt sich auch in den ersten Monaten des Jahres 2024: Wurden im Jänner und Februar 2023 im Burgenland 3.400 Menschen gesamt aufgegriffen, waren es im gleichen Zeitraum dieses Jahres nur 154. Dieser rückläufige Trend hat sich auch im März 2024 mit etwa 30 Aufgriffen bis zum 24. März 2024 fortgesetzt.

Die Festnahme von 725 Schleppern im Jahr 2023 ist auch Resultat der Einrichtung einer spezialisierten Abteilung zur Schlepperbeibekämpfung im Bundeskriminalamt, die eine von vielen Maßnahmen im Kampf gegen die Schleppermafia darstellt.

Fünf Punkte-Maßnahmenpaket

Innenminister Gerhard Karner sagte: "Eine ganz konkrete Ableitung aus dieser aktuellen Anzeigenstatistik ist ein Fünf Punkte-Maßnahmenpaket. Dabei stehen unter anderem sowohl die Ausländerkriminalität aber auch das konsequenten Vorgehen gegen jede Form von Jugendkriminalität im Mittelpunkt."

Erstens: Konsequente Umsetzung der Kriminaldienstreform mit dem Schwerpunkt auf der Bekämpfung der Cyberkriminalität sowie der Schaffung von 38 Kriminalassistenzdienststellen und zusätzlich mehr als 700 Arbeitsplätzen.

Zweitens: Weiterhin konsequente Maßnahmen gegen die Schleppermafia, insbesondere mit der Operation Fox auf ungarischem Staatsgebiet, aber auch mit dem Einsatz von 130 Polizistinnen und Polizisten auf ungarischem Staatsgebiet und der Einrichtung einer spezialisierten Abteilung "Schlepperbekämpfung" im Bundeskriminalamt.

Drittens: Schwerpunktmaßnahmen im Bereich der Jugendkriminalität mit der bereits erfolgten Einrichtung der Einsatzgruppe Jugendkriminalität, der Herabsetzung des Strafalters (Arbeitsgruppe wurde eingerichtet) und dem Verbot von Messern im öffentlichen Raum (in Vorbereitung).

Viertens: Auftrag an alle Landespolizeidirektionen, Schwerpunktmaßnahmen im Bereich der Einbruchskriminalität zu setzen.

Fünftens: Auftrag an alle Landespolizeidirektionen, Schwerpunktmaßnahmen im Bereich der Ausländer- und Fremdenkriminalität zu setzen, da bestimmte Nationalitäten aus der Kriminalstatistik hervorstechen, sowie der Auftrag an die Fremdenbehörden, weiterhin konsequente Abschiebungen von fremden Straftätern durchzuführen.

Dokumente:

BK-Direktor Andreas Holzer, Innenminister Gerhard Karner und Generaldirektor Franz Ruf bei der Pressekonferenz.
Foto: ©  BMI/Karl Schober

Artikel Nr: 26732 vom Dienstag, 26. März 2024, 13:19 Uhr
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